Unsere Geschichte.

1871

In einem Brief teilte der Bürgermeister der damaligen Gemeinde Söldenau, Max Höng, am 19. Februar 1871 dem Königlichen Bezirksamt Vilshofen mit, dass die Bewohner der Ortschaft Söldenau eine freiwillige Dorffeuerwehr gebildet haben.

Übersetzung:

Am 19. Februar 1871

Der Bürgermeister von Söldenau

Königliches Bezirksamt Vilshofen

Die Bildung einer freiwilligen Dorffeuerwehr Söldenau

Der gehorsamst unterfertigte Bürgermeister beehrt sich einem königlichen Bezirks zur ergebensten Anzeige zu bringen, dass die Bewohner der Ortschaft Söldenau in jüngster Zeit eine freiwillige Dorffeuerwehr gebildet hat, bestehend aus zwei Rotten.
Als Hauptmann der ersten Rotte wurde der Bierbrauer Sebastian Huber von Söldenau und als solcher der zweiten Rotte der Schuhmacher Franz Orthuber vom Ort und als Kassier der Krämer Josef Hartl ebenfalls von Söldenau für beide Rotten bestimmt.

In gebühender Ehrfurcht und Hochachtung zeichnet

der gehorsamste Bürgermeister
MAX HÖNG

1881

Bereits 1881 war die Dorffeuerwehr im Besitz einer Fahne, die auch heute noch manchmal zum Einsatz kommt.

12. Juli 1925

50-jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Söldenau. Aus Aufzeichnungen des Gasthauses Augenthaler geht hervor, dass zu diesem Jubiläum 5 Kälber verzehrt und 28 hl Bier getrunken wurde.

1. und 2. Juni 1952

80-jähriges Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Söldenau. Aus Aufzeichnungen des Gasthauses Augenthaler geht hervor, dass bei diesem Fest 3 Kälber und 1850 Semmeln verzehrt und 30 hl Bier getrunken.

(leider stehen für diese Zeit nicht mehr Informationen zur Verfügung)

Die alte Fahne aus dem Jahre 1881.

Sie kommt auch heute noch manchmal zum Einsatz.

Die Tragkraftspritze, die bis 1961 im Einsatz war.

1961

Bei der ordentlichen Generalversammlung am Samstag, den 10.12.1960 stand die Beschaffung einer neuen Spritze auf der Tagesordnung. Am Sonntag, den 8. Oktober 1961 erhielt die Motorspritze durch Geistl. Rat Theophil Rose die kirchliche Weihe. Anschließend war gemütliches Beisammensein im Gasthaus Augenthaler.

Die Tragkraftspritze, die bis 1961 im Einsatz war.

Die Tragkraftspritze, die bis 1961 im Einsatz war.

Bei einer ordentlichen Generalversammlung am 22.12.1961 beschloss man im kommenden Jahr ein neues Feuerwehrhaus zu erstellen. Der Standort mußte allerdings erst noch ermittelt werden. Der Erlös des alten Feuerwehrhauses mit einer Fläche von 60 qm soll mit Genehmigung der Gemeinde Söldenau zum Bau des neuen Hauses verwendet werden.

1962

Am 23.04.1962 wurde ein Waldbrand in Bindering durch spielende Kinder Verursacht. Die Wehren aus Söldenau, Ortenburg, Iglbach, Holzkirchen und Vilshofen bekämpften damals den Brand.

Ordentliche Generalversammlung am 08.12.1962: „Die Bemühungen eines geeigneten Platzes für den Bau eines neuen Gerätehauses zu finden, werden fortgesetzt.“

1963

Auch am 04.01.1962 bei der Generalversammlung wurde weiter um den Standort des neuen Feuerwehrhauses gesucht.

1964

Ordentliche Generalversammlung am 19.12.1964: 1965 soll nun das neue Feuerwehrlöschgerätehaus erstellt werden, ebenso ein Löschwasserbehälter.

1965, 1966, 1967

Auch in dieser Zeit war das Gerätehaus nicht fertig, aber dann…

1966

Dieses Jahr wurde überschattet durch die Explosion und den Brand bei der Firma KASON in Kamm. Die Explosion ereignete sich unmittelbar nach der Mittagspause. Die Gebäude der Beizerei, Schleiferei, Polsterei und Spritzerei wurden durch den Luftdruck zum Einsturz gebracht. Die Feuerwehren leisteten mustergültige Arbeit.  (siehe Zeitungsartikel)

1968

Es war soweit. Am 04. Mai konnte das Gerätehaus eingeweiht werden. Die Einweihung nahm Geistl. Rat Theophil Rose vor. Neben den vielen Ehrengästen konnte Kommandant Ludwig Schlögl 51 Kameraden begrüßen. Anwesend war auch Johann Nepomuk Aigner, Bürgermeister der damaligen Gemeinde Söldenau, Kreisbrandinspektor Kovarik, Kreisbrandmeister Eineder, Ehrenvorstand Franz Huber und Ehrenkommandant Ludwig Schlögl sen..

20./21. Juni 1970

Nachdem der Kassenbestand bei der Jahreshauptversammlung am 28.11.1969 etwas zu wünschen übrig lies, erhoffte man sich durch das 100-jährige Gründungsfest im Jahre 1970 die Kasse etwas auffüllen zu können. Es wurde ein Festausschuss aus 11 Mitgliedern gegründet. Für die Anschaffung der neuen Fahne wurde beschlossen, daß bei den Mitgliedern und in der Bevölkerung gesammelt werden soll.

1985

Im Dezember 1985 wurde der Beschaffungskatalog für die Feuerwehren in der Marktgemeinde Ortenburg vorgestellt. Dieses Wunschkonzept sollte innerhalb der nächsten 5 Jahre verwirklicht werden. Allerdings meinte damals bereits der Kreisbrandinspektor Franz Silbereisen, daß durch den bestehenden großen Nachholbedarf wahrscheinlich mit einem längeren Zeitraum zu rechnen sei. Beschlossen wurde damals die Anschaffung der Fahrzeuge für die einzelnen Feuerwehren wie folgt vorzunehmen: FFW Dorfbach (LF8), FFW Unteriglbach (LF8 der FFW Ortenburg), FFW Ortenburg (Tanklöschfahrzeug) Die freiwilligen Feuerwehren aus Göbertsham, Söldenau, Oberiglbach, Parschalling, Holzkirchen und Ortenburg erhalten in dieser Reihenfolge ein Tragkraftspritzenfahrzeug.

Das Löschfahrzeug war in der Zeit von 1977 bis 1991 (Baujahr 1962) im Einsatz.

1986

Höhen und Tiefen wurden durchgemacht, als einige Kameraden aufbrachen um die Prüfungen für die Leistungsprüfungen in Österreich zu bestreiten: Am 5. Juli 1986 legten die Kameraden in Leonding (OÖ) das Bronzene Leistungsabzeichen Oberösterreich mit Erfolg ab.

1988

Aufgrund dieses Erfolges versuchten die Kameraden in Sand in Taufers/Südtirol das Bronzene Leistungsabzeichen für Südtirol zu erwerben. Die ebenfalls teilnehmenden Kameraden der FFW Albersdorf und FFW Hofkirchen konnten dieses Leistungsabzeichen mit Bravour erwerben, aber Söldenau……

1991/1992

Ein neues Fahrzeug war von der Gemeinde genehmigt. Es war nun bestellt. Aber gleichzeitig trat ein Problem auf. Mit der Anschaffung dieses Löschfahrzeuges wurde das Feuerwehrhaus zu klein. 1260 kostenlose Arbeitsstunden haben dann die Mitglieder der FFW investiert um den Umbau des Hauses zu ermöglichen. Die Feuerwehr aus Söldenau erhielt praktisch fast ein neues Haus.

1992

Das neue Löschfahrzeug und das umgebaute und renovierte Gerätehaus stand im Mai 1992 bei der Feuerwehr im Mittelpunkt des Geschehens. Auftakt zu den Festlichkeiten war ein feierlicher Gottesdienst im Hof von Schloss Söldenau, welchen Pfarrer Alois Graf zelebrierte. Den anschließenden Festakt vor dem Feuerwehrhaus eröffnete Hans Mittermeier. Die Feuerwehr hat zur Fahrzeugausrüstung und zum Umbau des Hauses 44.000 DM an Eigenleistung aufgebraucht. Eine Tatsache, die auch der Spendenfreudigkeit der Bevölkerung zu verdanken sei.

1995

Die Söldenauer Feuerwehr feierte am 24. und 25.Juni ihre 125 jährige Gründung mit einem großen Fest.

Viel Zeit hat die Feuerwehr und die ganze Dorfgemeinschaft in die Vorbereitung des Jubiläums investiert. Das Fest wurde zu einem Höhepunkt in der Dorfgemeinschaft.

Zum Auftakt des Festes wurde am Vortag die Festmutter Susanne Huber durch den Jubelverein mit den Söldenauer Festdamen Yvonne Bergmeier, Martina Höng, Birgit Liebezeit, Elisabeth Resch, den zahlreichen Mitgliedern des Patenvereins aus Holzkirchen mit ihrer Festmutter Anna Reiter und der Festdame Cornelia Thalhauser abgeholt. Für den kurzfristig erkranken Schirmherrn Bürgermeister Reinhold Hoenicka war sein Stellvertreter Ludwig Nothaft eingesprungen.

Nachdem die Gäste von der Festmutter großzügig bewirtet worden waren zog man gemeinsam mit Landrat Hanns Dorfner, Kreisbrandrat Franz Silbereisen, Kreisbrandinspektor Walter Raab zum Kriegerdenkmal, gefolgt von den Ortsvereinen und den Feuerwehren der Marktgemeinde. In einer von Pfarrer Alois Graf und Vorstand Hans Mittermeier würdevoll gestalteten Feier gedachte man der verstorbenen Mittglieder. Stellvertretender Bürgermeister Nothaft legte im Namen der Marktgemeinde einen Kranz nieder. Stellvertretend für alle toten Mitglieder wurden die Namen der in den letzten zehn Jahren verstorbenen Mitglieder verlesen und Kerzen entzündet.

Anschließend feierten die Feuerwehrler noch im Festzelt, wo die Wolfachtaler Blaskapelle für ausgezeichnete Stimmung sorgten, bis in die frühen Morgenstunden. 

Böllerschüsse und Blasmusik weckten die Söldenauer am Sonntag zum großen Festtag.94 Vereine gaben der Wehr an ihrem Jubeltag die Ehre, In einem farbenprächtigen Kirchenzug zogen sie gemeinsam zur historischen Dorfkapelle, wo Pfarrer Alois Graf in Konzelebration mit dem Kölner Pfarrer Malburg mit der Festgemeinde den Gottesdienst feierte.

Nachdem die Festdamen ihre Bänder an die Fahnen der Söldenauer und der Patenwehr aus Holzkirchen geheftet hatten überbrachte Bürgermeister Nothaft die Grüße der Marktgemeinde. MdL Franz Meier gratulierte der Wehr im Namen des Landkreises, sowie für MdB Dr. Klaus Rose und MdL Gudrun Peters, Kreisbrandrat Franz Silbereisen für die Feuerwehren des Landkreises.

Im großen Festzug ging es zurück zum Festzelt, es waren noch nicht alle Vereine im Zelt, als es heftig zu regnen begann, was dazu führte, dass noch lange gefeiert wurde.

Das bestens organisierte Fest und die gute Stimmung blieb allen Beteiligten noch lange in guter Erinnerung.

2000

Die Feuerwehr feiert im kleinen Rahmen mit den Ortsfeuerwehren das 130 jährige Bestehen.

2005

Am 28.Mai führt die Wehr den 1.Internationalen Feuerwehrpokalwettbewerb durch.37 Gruppen aus Bayern, Baden Württemberg, Österreich und Südtirol nehmen bei brütender Hitze am Bewerb teil. Gesamtsieger wird die Feuerwehr aus Weeg in Oberösterreich, die kurze Zeit später auch Weltmeister in Kroatien wird. Die erstmals durchgeführte Landkreiswertung gewinnt die Mannschaft aus Breitenberg vor Söldenau.

Zur Eröffnung der Veranstaltung ist Staatsekretär Franz Meyer anwesend und begrüßt die Mannschaften. Schirmherr ist Ehrenkreisbrandrat Franz Silbereisen.

Am Tag darauf feiert die Söldenauer Wehr ihr 135 jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst zusammen mit der Patenwehr aus Holzkirchen und der befreundeten Wehr aus Katzenberg in Oberösterreich deren Kommandant Hauptbrandinspektor Franz Danninger mit der Medaille für Internationale Zusammenarbeit des Feuerwehrverbandes ausgezeichnet wird. Auch zahlreiche Mitglieder der Söldenauer Feuerwehr werden für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

2008

Das neue Feuerwehrhaus wird bezogen.

Als beispielhafte Gemeinschaftsleistung wurde am Samstag, den 19.April bei der Einweihung das neue Feuerwehrhaus gewürdigt. Die Feuerwehrleute haben nicht nur selbst mit Hand angelegt, sondern aus der Vereinskasse zur Finanzierung beigesteuert. 

Vorsitzender Wolfgang Huber sprach bei seiner Begrüßung von einem bedeutenden Tag für die Söldenauer Wehr, denn schließlich werde das neue Haus für viele Jahrzehnte den Wehrmännern eine neue Heimat sein. Alle Gemeindefeuerwehren waren mit Fahnenabordnungen ebenso vertreten wie die Ortsvereine, die Gemeinde mit Bürgermeistern und Gemeinderäten, die Landkreisfeuerwehrführung mit Kreisbrandrat Josef Ascher an der Spitze und eine Abordnung der befreundeten Feuerwehr aus Katzenberg. 

Kommandant Franz Schwarzmüller ging darauf ein, warum der Neubau erforderlich wurde: Das alte Gerätehaus sei wegen ständig steigender Energiekosten und des fehlenden Schulungsraumes längst untragbar geworden. Schnell habe sich herausgestellt, dass ein Neubau günstiger käme als eine Sanierung, zumal sich ein gemeindeeigenes Grundstück in günstiger benachbarter Lage angeboten habe. Der Kommandant freute sich über die schnelle Fertigstellung und darüber, dass das Ziel ,eine Silvesterparty 2007 schon im neuen Haus feiern zu können, eingehalten werden konnte. Schwarzmüller hob hervor, dass die Wehr ,zusätzlich zu den Eigenleistungen bei den Bauarbeiten noch 25000.- Euro aus der Vereinskasse beigesteuert habe, dankte allen, die zur Realisierung des Projektes beigetragen haben und hob vor allem Manfred Weinberger und Alex  Ritter hervor, die sich in besonderen Maße engagiert hätten. Bevor Pfarrer Alois Graf und Vikarin Stephanie Reuter dem Haus den Segen gaben, hoben sie den Aspekt der Freiwilligkeit in der Feuerwehr und das selbstlose Engagement der Wehrmänner für die Allgemeinheit hervor.

Architekt Klaus Meyer und Manfred Weinberger überreichten dann symbolisch den Schlüssel an Bürgermeister Reinhold Hoenicka. Bevor dieser ihn an den Kommandanten weitergab, sprach er von einer großartigen Gemeinschaftsleistung, die durch zwei glückliche Umstände begünstigt worden sei: Das Gemeindegrundstück sei an der richtigen Stelle zur Verfügung gestanden und die Wehr habe nicht nur tüchtige Handwerker, sondern auch einen Architekten in den eigenen Reihen gehabt.

Durch ein „Wahnsinns Engagement“, so Kreisbrandrat Josef Ascher, habe das Feuerwehrhaus in Rekordzeit gebaut werden können. Jetzt liege es an den Wehrmännern, es mit Leben zu erfüllen. Auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Passau, Alois Fischl, würdigte die Gemeinschaftsleistung der Söldenauer Wehr. Hier sei nicht nur die Ausrüstung optimal untergebracht, sondern auch eine Heimstatt für die Pflege der Kameradschaft geschaffen worden, der angesichts immer schwieriger werdenden Einsätze eine große Bedeutung zukomme.